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8. Juli 2006 - Allgemeiner Anzeiger, Halver

Mit Erfahrung und aktuellem Wissen: Lohnabrechnung in echter Handarbeit

Inge Hohnsel seit 50 Jahren im Oberbrügger Bauunternehmen Fritz Fastenrath beschäftigt. Drei Baumeister in bester Familientradition ihre Chefs. Aufhören kein Thema

Inge Hohnsel feiert heute in der Oberbrügger Bauunternehmung Fritz Fastenrath ihr 50-jähriges Betriebsjubiläum. Aufhören ist für die 71-Jährige kein Thema. Foto: Knitter

OBERBRÜGGE - Als der Bauboom der Nach-
kriegsjahre sich unübersehbar bemerkbar machte, und ein Maurer 75 Pfennig in der Stunde verdiente, war Inge Hohnsel in dieser Branche aktiv dabei.

Das ist 50 Jahre her und für die Bauunter-
nehmung Fritz Fastenrath in Oberbrügge
ein Grund zum Feiern. Die heute 71-Jähri-
ge begann nach dem Realschulabschluss
ihre berufliche Laufbahn mit einer kauf-
männischen Lehre bei der Oberbrügger Firma C. H. Steinbach: "Mein Chef war damals Hermann Lausberg", denkt sie mit Freude an diese Zeit zurück. Hermann Lausberg ist in der Region eher als "Menelaus" und Autor hintergründig-humorvoller Verse bekannt.

1934 hatte Inge Hohnsels Vater Fritz Fastenrath sein Bauunternehmen gegründet, und nun, da es in Deutschland wieder aufwärts ging, wünschte er sich die Tochter an seine Seite. So begann die Jubilarin am 1. Juli 1956 ihre Tätigkeit im väterlichen Unternehmen. Lohnabrechnung, das Ausrechnen der Angebote und Rechnungser-
stellung gehörten zu ihren Aufgaben: "In den ersten Jahren habe ich aber auch Ma-
terial zu den Baustellen gefahren", macht sie auf Handfestes aufmerksam. Zu den Mitarbeitern pflegte sie ein gutes Verhältnis und kannte jeden persönlich. Mit Blick auf Telefon, Handy und Internet sagt sie aber auch: "Heute ist die Kontaktaufnahme viel einfacher geworden."

Nach ihrer Heirat im Jahre 1958 und der Geburt von Tochter Christine reduzierte In-
ge Hohnsel ihren Arbeitseinsatz, und bis heute gilt: "Immer wieder mittwochs ..." Nach Vater Fritz Fastenrath wurde später Bruder Klaus ihr Chef, und seit einigen Jahren ist es Neffe Martin Fastenrath, ebenso wie sein Vater Diplom-Ingenieur und öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Bauhandwerk: drei Baumeister in 50 Jahren, und das in bester Familientradition.

Kontinuität dieser Art gilt für Inge Hohnsels Spezialgebiet eher weniger. Lohnab-
rechnungen im Bauwesen sind eine Sache für sich, und Martin Fastenrath sagt: "Es soll zwar alles vereinfacht werden, wird aber immer komplizierter." So ist Baulohn und seine korrekte Abrechnung immer wieder auch ein Thema in den Fachgremien. Bei Inge Hohnsel läuft die Lohnabrechnung ohne Computer noch in echter Kopf- und Handarbeit, gespeist von 50-jähriger Erfahrung und immer wieder ergänzt durch ak-
tuelles Wissen. Computer-Software und Firmen, die Baulohnabrechnungen anbieten, sind da eindeutig im Hintertreffen.

Ans Aufhören denkt die 71-Jährige ganz und gar nicht. Ihr "Nö!" ist so klar und ein-
deutig, dass Martin und Klaus Fastenrath wohl noch lange auf sie setzen können.-CK

 
 
 
 

Der Artikel wurde im Allgemeiner Anzeiger am 08.07.2006 veröffentlicht. Die Verfasserin, Christa Knitter, ist Redakteurin beim Allgemeiner Anzeiger und hat uns diesen Artikel incl. Photo gern zur Verfügung gestellt.